War es Mut oder Leichtsinn? Weder noch. Wer keine Siemenssterne oder MFT-Tabellen bieten will, sondern nur testen möchte, ob ein Objektiv etwas taugt, setzt es am besten in einer Situation ein, für die es nicht geschaffen ist. So wie wir es mit dem Takumar 105mm f2.8 getan haben – eine Brennweite, die gerne als Porträt-Objektiv für den klassischen Headshot eingesetzt wird. Das haben wir zwar auch probiert, aber festgestellt: Die Einsatzmöglichkeiten des Takumar sind vielfältiger, und es spielt seine Stärken auf der Straße genauso aus wie im Studio. Beleg dafür sind nicht nur unsere Bilder, sondern auch die Arbeiten von William Mustafa, dem wir auch den Hinweis auf das Takumar verdanken. 

Takumar 105mm f2.8 / Geschichte, Konstruktion, Preis

Wir wollen uns hier nicht mit fremden Federn schmücken. Auf dieser Website finden sich – hervorragend kuratiert und mit vielen Beispielbildern versehen, alle (oder jedenfalls: sehr viele) Takumars, über deren Geschichte man wiederum einiges bei Wikipedia findet. Details zur Konstruktion gibt es wie immer hier, und wer sich jetzt fragt, warum wir fast nur auf Seiten aus dem Ausland verlinken – der Glaubenskrieg um einzelne Pixel oder die richtige Aussprache von Bokeh, der ihn deutschen Foren mit Leidenschaft ausgefochten wird, hat uns nie interessiert, und wir wollen ihn auch unseren Leser*innen nicht zumuten. mm

Gebaut wurde das Takumar 105mm f2.8 seit 1958 in verschiedenen Ausführungen bis 1971, mit acht bzw. später sechs Lamellen, vier bzw. fünf Linsen in vier Gruppen sowie unterschiedlichen Vergütungen. Die minimale Distanz beträgt 120 cm, und das Gewicht liegt, je nach Bauart, zwischen 278 und 290 Gramm. Im Vergleich zum Sigma Art 105 1.4mm mit 1600 Gramm ist das Takumar ein Leichtgewicht, das – zurecht – in jeder Fototasche Platz finden kann. Der Preis sollte nicht oder nur knapp dreistellig sein, alles andere ist die Beutelschneiderei jener, die mit dem Hype um „tolles Altglas“ ihren Schnitt machen wollen.

Takumar 105mm f2.8 / Was kann es und was nicht?

Wir waren damit einen Tag in Italien unterwegs und haben zwei, drei kleine Orte unsicher gemacht. Das heißt: Schmale Gassen, stürzende Linien, nicht immer genug Platz für das Lauf-Zoom, das bei einer Festbrennweite – insbesondere bei einem 105 – immer wieder mal nötig wird. Und was sollen wir sagen: Es gibt fast alles, und das auch bei jedem Licht. Die Beispielbilder zeigen, dass das Takumar auch Details und Street kann, und das oftmals mit überzeugender Schärfe und Abbildungsqualität. 

Das Takumar auf der Strasse
Das Takumar auf der Strasse

Fotografiert haben wir mit einer Sony Alpha 7/III, adaptiert wurde das M42-Glas mit einem K+F-Adapter, den es natürlich auch für den Amateur-Bereich (also Nikon und Canon) gibt. Das Fokussieren mit dem Focus Peaking der Alpha ist kein Problem, und wenn man die Schärfe auf irgendwas kurz vor Unendlich legt, ist man auch für spontane Bilder gerüstet. Mit etwas Zeit für Focus und richtige Blende kann man den Hintergrund dann auch dahin schieben, wo er hingehört, nämlich in den Hintergrund. 

Als Portrait-Objektiv funktioniert das Takumar 105mm f2.8 auch bestens.
Als Portrait-Objektiv funktioniert das Takumar 105mm f2.8 auch.

Takumar 105mm f2.8 / Fazit

Ganz ehrlich: Diese Linse haut einen – insbesondere angesichts ihres Alters – schlicht um. Mit etwas Übung gibt es fast nichts, was mit dem Glas nicht geht. Die Brennweite zwingt einen insbesondere auf der Straße dazu, die berühmte Meile extra zu gehen. Sie ist leicht, klein und wenn es etwas gibt, was nervt, dann ist es die lange Strecke, wenn es um das Fokussieren geht. Aber von 120 cm bis unendlich ist es halt nun mal ein bißchen weiter. Sicher, das absolut crazy mega Bokeh kann man nicht erwarten. Aber mal ehrlich – haben wir das nicht alle langsam ein bißchen über? Kurz gesagt: Wer sie zu einem günstigen Preis findet, sollte nicht lange zögern. Würden wir sie zu einem Auftrag mitnehmen. Das kommt freilich darauf an. Wenn der Kunde Geduld hat und Sinn für mögliche alternative Stile und Looks hat, dann ja. Für die Live-Reportage vom nächsten KISS-Konzert? Nein. Da braucht es anderes Besteck. Auch wenn die Jungs in die Jahre gekommen sind und wie das Takumar 105mm f2.8 nicht mehr die Fixesten sind. Aber grundsätzlich gilt: Für dieses Glas – und einige andere manuelle Objektive von „früher“ sollte in jeder Fototasche Platz sein.

Fast jeder hört sie, und es werden immer mehr: Podcasts haben sich längst als To-Go-Medium etabliert, und auch die Blaue Maschine podcastet in einem anderen Leben bereits seit längerem. Die Erfahrungen, die wir damit gemacht haben, möchten wir gerne teilen, und haben darum einmal die wichtigsten Facts rund um das Medium Podcast zusammengestellt. Gedacht sind sie als Einführung für diejenigen, die gerne möchten, sich aber nicht so recht trauen. Wir beantworten alle Fragen rund um Technik, Soft- und Hardware, gehen der Frage nach, was das ganze kostet und wie man den eignen Cast eigentlich ins Netz und zu iTunes bekommt.

Warum ein Podcast?

Im Jahr 2021 das Podcast-Format als den „neuesten heißen Sch…“ zu bezeichnen – das würde uns nicht in den Sinn kommen. Nicht bei den Zahlen, die die letzte Studie von Goldmedia zu Tage gebracht hat. 10 Millionen Deutsche hören Podcasts aktiv (also gelegentlich bis regelmäßig); das sind 15 Prozent der deutschen Bevölkerung. Der Anteil der jungen Hörer*innen ist dabei auffällig hoch. Um also einen Begriff aus der Zombie-Forschung zu nutzen: Der Podcast ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – und längst nicht mehr nur Spielwiese von Fans und Nerds, die über Spezialthemen berichten. Einer der erfolgreichsten Podcasts ist, auch pandemiebedingt, – der Corona-Podcast mit dem Virologen Christian Drosten, der nicht nur rein zufällig vom NDR produziert wird – ein weiterer Beleg dafür, dass Podcasts ein anerkanntes Format sind – jedes größere Medienhaus, das etwas auf sich hält, bietet mittlerweile einen oder mehrere Casts an, sei es, um das Feld nicht den Mitbewerbern zu überlassen, sei es, um den ohnehin vorhandenen Content kostengünstig und wiederholt zu verwenden.

Neben Medienhäusern und Engagierten haben freilich auch Unternehmen das Format für sich entdeckt und setzen es sowohl zur internen als auch zur externen Kommunikation ein. So etwa die Bayern Tourismus GMBH, der Baumarkt Hornbach oder die AOK, die sich mit ihrem Expertenpodcast direkt an Arbeitgeber wendet und damit ein ganz klaren Mehrwert für die Hörer*innen bietet. Damit wird der Podcast zu einem möglichen Element im Kommunikationsmix von Unternehmen, NGOs, Museen und anderen Organisationen.

Was sollte man können?

Besser gefragt: Was sollte man mitbringen? Neben der Fähigkeit, vor dem Mikro zu sitzen und zu sprechen, helfen ein paar Gedanken im Vorfeld.

Wie immer gilt auch hier: Neben einer guten Idee (immer fein) ist ein Konzept ganz hilfreich (auch gut), externe Beratung (schön, dass Sie hier sind :-)), ein bißchen Geld (siehe unten) und Geduld (ein Podcast zündet nicht von heute auf morgen).

Beantworten Sie also folgende Fragen – idealerweise aus zwei Perspektiven: Der des/der Macher*in und der des/der Zuhörer*innen

  1. Welches Thema soll im Mittelpunkt stehen, welche Geschichten will ich erzählen?
  2. Was haben meine Hörer davon? Sollen sie hinterher sagen: „Das war lustig…“ oder eher „Das hätte ich jetzt nicht gewusst…“?
  3. Möchten Sie alleine oder zu mehreren vor dem Mikrophon sitzen? Mit den immer gleichen oder mit wechselnden Partner*innen? Unser Tipp: Sorgen Sie mit Gästen und Komoderator*innen für Leben im Ohr.
  4. Bleibt es beim Gespräch oder gibt es im Podcast Rubriken? Rubriken können für Auflockerung sorgen, müssen aber auch bedient werden.
  5. Welche akustischen Erkennungsmerkmale wollen Sie einführen? Sounds sind immer gut und sorgen für Leben. Nur übertreiben sollte man nicht.
  6. Wie binden Sie den Podcast in die Gesamtkommunikation ein? Gibt es eigene Kanäle auf Social Media, die die Podcast stützen können? Gibt es Partner, die auf Sie verlinken können? Unterschätzen Sie den Kommunikationsaufwand FÜR den Podcast nicht. Sie wollen Hörer*innen und Abonnent*innen? Dann machen Sie auf allen Kanälen, die Ihnen zur Verfügung stehen, Werbung dafür
  7. Wieviel Zeit wollen Sie dem Projekt geben? Wir empfehlen: Ein Jahr Minimum. Dann ab zum ersten Review. Soviel Zeit sollten Sie Ihrem neuen Baby gönnen.

Sie merken: Die Frage, ob Sie frei sprechen können, Mikrophonangst haben oder mit der Schnittsoftware umgehen können, kommt erst ganz am Schluss. Klar übrigens, dass Sie die Blaue Maschine bei allen Fragen jederzeit um Unterstützung bitten können.

Welche Technik braucht’s

Es geht einfach und klein, es geht aber auch mit einem komplette Studio. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte, und hängt von Faktoren wie Budget, Lust an Technik, verfügbaren Räumen und natürlich Intention ab. Podcasts können mit dem Handy ebenso produziert werden wie im Hörfunk-Studio. Als Faustregel lässt sich festhalten: Ein Mikrophon und ein Rechner mit einer Schnittsoftware ist die Grundausstattung, um einen vernünftig klingenden Podcast zu produzieren – wenn man keinen Studiogäste hat. Will man ein Gespräch aufzeichnen, so empfiehlt sich pro Gast ein eigenen Mikrophon.

Lösung 1 – die kleine Lösung

Dafür reicht ein Laptop und ein USB-Mikrophon, wie man sie bereits für deutlich unter 100,- Euro bekommt. Ein Kopfhörer – etwa ein Headset eines Handys – genügt, um die Aufnahmen zu kontrollieren.

Lösung 2 – der Mittelweg

Für eine bessere Tonqualität empfehlen sich entsprechende Mikrophone und ein eigenes Aufnahmegerät, wie etwa das Zoom H6. Es bietet die Möglichkeit, bis zu vier einzelne Mikrophone anzuschließen, und ist damit perfekt geeignet, ganze Gesprächsrunden in guter Qualität aufzuzeichnen. Ein Kopfhöreranschluss versteht sich von selbst, hinzu kommen eingebaute Mikrophone, mit denen sich vor Ort nicht nur Interviews führen lassen, sondern auch Sounds aufnehmen lassen, ja, es gehen sogar ganze Konzerte. Unser Mittel der Wahl, wenn es ums mobile Podcasting geht. Je nach Anzahl der Mikrophone sind wir hier bei etwa 600,-, es gibt vom gleichen Hersteller jedoch auch günstigere Modelle, die sich ebenfalls eignen.

Lösung 3 – das Rund-Um-Sorglos-Paket

Als größere, stationäre Lösung haben wir mit dem RodeCaster Pro gute Erfahrungen gemacht. Er ermöglicht nicht nur den Anschluss von bis zu vier getrennten Mikrophonen und das Einspielen von Sounds und O-Tönen über Speicherbänke, sondern erlaubt auch den Anschluss von weiteren Geräten über Bluetooth, was perfekt ist, wenn ein Gespräch über eine Telefonleitung aufgezeichnet werden soll. Wie das Gerät von Zoom speichert auch der RodeCaster die Soundfiles auf einer SD-Karte, man kann ihn aber auch direkt an den Rechner anschließen und die Spuren mit der Bearbeitungssoftware aufzeichnen. Sicherlich die teuerste Lösung, aber gleichzeitig die vielfältigste und komfortabelste Lösung. Mit zwei Mikrophonen, Kabeln, etc. nähern wir uns entspannt der 1000,-Euro-Grenze

Welche Software brauche ich?

Es gibt Menschen, die mit Kanonen auf Spatzen schießen – und Menschen, die Podcasts mit Software wie Adobes Audition oder ProLogic produzieren. Das kann man tun, und dann hat man nicht nur einen weiteren größeren Posten auf der Rechnung zu stehen (siehe unten), sondern benötigt auch eine mehrtägige Schulung, um das Programm der Wahl in den Griff zu kriegen. Denn mit diesen Software-Boliden können Sie Symphonie-Orchester abmischen, und damit ist klar: Das ist für unsere Zwecke zu überdimensioniert. Und eben zu teuer. Wir empfehlen nicht nur aus KostengründenGarage Band“ (für iOs) bzw. Audacity (für Windows). In beiden Programmen können Sie das tun, was Sie für einen Podcast benötigen. Sie können ihre Audiospuren schneiden und mischen, Sie können – in Maßen – auch eine Nachbearbeitung für einen besseren Klang vornehmen, und Sie können das Endergebnis in einem Format ausgeben, das Sie publizieren können. Mehr braucht es nicht, denn mehr müssen Sie in der Regel auch nicht machen, wenn Sie bei der Aufnahme einige Kleinigkeiten beachten.

Wo bekomme ich die Musik und die Sounds her?

Sie können natürlich das Risiko eingehen und ein Lied Ihrer Wahl von Ihrer Lieblings-CD als Hintergrundmusik für Ihren Podcast nutzen. Sie ahnen jedoch zu Recht: Das wird nicht lange gut gehen; die Rechteinhaber werden sich sicherlich bald mit Ihnen in Verbindung setzen. Andererseits: Ganz ohne Musik kann ein Podcast ganz schön öde werden. Um dies zu umgehen, haben Sie drei Möglichkeiten.

1.) Sie – oder ein Freund oder Familienmitglied – sind so musikalisch, dass Sie selbst etwas komponieren und einspielen.

2.) Sie haben eine Software wie GarageBand, mit der Sie sich Songs und Soundschnipsel aus der Klangbibliothek kostenfrei und rechtssicher zusammenklicken können

3.) Sie erwerben den (oder die) Song(s), die Sie brauchen, über eines der entsprechenden Portale, wie etwa Jamendo. Für 50 Euro erhalten Sie hier einen Song Ihrer Wahl, und die Bibliotheken sind so groß, dass sich hier in der Regel etwas passendes finden lässt.

Ganz unabhängig davon, welchen Weg Sie wählen: Die Blaue Maschine empfiehlt, auf jeden Fall mit Musik zu arbeiten, und das nicht nur zu Beginn, sondern auch während der Sendung. Insbesondere längeren Podcasts tut eine gelegentliche musikalische Unterbrechung gut. Wie man Elemente wie „Station-ID“ oder „Stinger“ einsetzt, lässt sich – auch das ein kleiner Quick-Tipp – gut bei privaten Rundfunkstationen abgucken.

Wieso klingt mein Podcast eigentlich so dumpf und hallig?

Unterschätzen Sie diese Frage nicht. Die inhaltliche Qualität eines Podcasts kann noch so gut sein – eine schlechte Tonqualität ist einer der Hauptgründe, einen Podcast NICHT zu hören, und es ist erstaunlich, wie schlecht die Qualität vieler namhafter Podcasts ist. Zumal auch die akustische Qualität eines Podcasts eine Aussage über den Stellenwert darstellt, den der Podcast für Sie und Ihr Unternehmen/Ihr Projekt hat.

Zunächst mal: Er klingt NICHT deswegen schlecht, weil Sie zu wenig an den Reglern Ihrer Schnittsoftware gedreht haben. Er klingt dumpf/hallig/schlecht, weil Sie

  1. zu wenig Geld in in Mikrophon investiert haben
  2. Sie im falschen Raum aufnehmen
  3. Sie zu nah/zu weit vom Mikrophon entfernt sitzen.

Die erste Ursache lässt sich leicht lösen – die beiden anderen mögen etwas komplexer sein, und haben etwas mit Schall und seinen Charakteristika zu tun. Er breitet sich kreisförmig aus, prallt von Wänden ab und bounced zurück. Das Ergebnis ist Raumhall. Eigentlich eine prima Sache, die unter anderem uns Menschen hilft, uns im Raum zu orientieren. Für Tonaufnahmen will man das aber in der Regel nicht haben.

Tonstudios arbeiten mit entsprechend ausgestatteten Räumen, deren Wände und Decken den Schall schlucken; so etwas können Sie – in Maßen – auch im Büro simulieren. Sie haben eine Pinnwand oder eine größere Flip-Chart? Werfen Sie ein Decke oder Jacke darüber und stellen Sie sie direkt sich. Der Raumhall sollte deutlich schwächer geworden sein. Gegebenenfalls müssen Sie ein wenig experimentieren, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Mobile Schallkabinen lösen das Problem auch, belasten aber das Budget.

Auch die Nähe zum Mikrophon spielt eine Rolle, wenn es um Hall und Klang geht. Ein bis zwei Handbreit sollten es sein, ein Ploppschutz (ein Netz vor dem Mikro) kann helfen, Pegelspitzen zu vermeiden. Idealerweise sprechen Sie etwas über das Mikrophon hinweg und nicht direkt hinein.

Apropos Mikrophon: Headsets sehen – besonders im Fernsehen oder auf YouTube – natürlich unfassbar professionell aus. Sie sorgen für einen gleichbleibenden Abstand zum Mikrophon und bieten über den Kopfhörer auch einen Rückkanal. Unserer Erfahrung nach bergen sie aber das Risiko der Nebengeräusche durch das Kabel, die immer dan entstehen, wenn das Kabel berührt oder bewegt wird. Darum die Empfehlung der Blauen Maschine: Verzichten Sie auf das Headset, und nehmen Sie ein Mikrophon und einen Kopfhörer.

Dass Sie in der Postproduktion den Klang verbessern können – etwa durch Equalizer, Kompressor und anderes -, ist klar. Bei der Wahl des richtigen Dienstleisters (siehe unten) aber oftmals gar nicht notwendig.

Wie lang soll ein Podcast sein? Und wie oft?

Das ist das Schöne an diesem Format: Alles ist möglich. Zwischen 5 Minuten und drei Stunden findet sich im Netz so ziemlich alles. Reicht darum die Faustformel „So lange ich was zu sagen habe“? Nein. Denn die Länge und auch die Frequenz hängt davon ab, was Sie mit Ihrer Sendung erreichen wollen, wen Sie erreichen wollen und um welches Thema es Ihnen geht. Sie möchten einen Podcast rund um selbstgebrautes Bier machen, mit Hinweisen zur Brautechnik und zur Vermarktung und wollen damit die echten Fans des Craft-Beers ansprechen? Dann darf die Sendung auch einmal eine Stunde oder länger sein. Fans hören lieber mehr als weniger über „ihr“ Thema. Sie wollen eine hohe Servicequalität bieten und kurz über Finanzanlagen informieren? Dann ist ein Quick-Tipp, der nicht länger als fünf bis sieben Minuten lang ist, wahrscheinlich das richtigere Format. Sie wollen sich als Expert*in für das Recruitment positionieren? Eine halbe Stunde könnte eine gute Länge sein.

Unabhängig davon, ob Sie einen – liebevoll so genannten – „Laber“-Podcast oder eine Expertenshow anbieten – achten Sie auf die richtige Frequenz. Einmal im Monat sollte es schon sein, besser noch alle vierzehn Tage. Der wöchentliche Podcast mag Ihre Hörer*innen besser binden – unterschätzen Sie jedoch nicht den Aufwand, der mit einer wöchentlichen Ausgabe verbunden ist.

Der Podcast auf Distanz – wie geht das?

Die Frage stellt sich spätestens seit der Pandemie. Neben der Aufzeichnung via Telefon gibt es noch die Option der sogenannten „Double End“-Technik. Hier nimmt jede/r Gesprächspartner*in seine/ihre Tonspur mit einem eigenen Gerät auf; die Spuren werden in der Postproduktion dann zusammengefügt. Der Vorteil: Ale Beteiligten sprechen in Mikrophone; die Spuren haben eine entsprechende Tonqualität, was bei einer Telefonleitung natürlich nicht immer der Fall ist.

Der Nachteil: Die technischen Voraussetzungen steigen an, und nicht jeder hat ein USB-Mikrophon in seiner Schreibtischschublade. Abraten möchten wir ausdrücklich von Podcasts über Teams, Zoom, Skype etc. – es sei denn, die Teilnehmer sprechen über ein Headset. Die in den Rechnern eingebauten Mikrophone liefen in der Regel nicht die Tonqualität, die man von einem Podcast erwartet.

Wie lange dauert die Produktion?

Sie werden feststellen: Je mehr Routine Sie haben, desto fixer geht das ganze. Um das benötigte Zeitbudget überschlägig zu erfassen, berücksichtigen Sie die Zeit

  • für die inhaltliche Vorbereitung
  • das Vorgespräch
  • die eigentliche Aufzeichnung
  • die Postproduktion

In der Regel ist die Postproduktion der aufwändigste Part einer Sendung: Sie führen (bei einem Double-Ender) die Spuren zusammen, machen sie „sauber“ (entfernen also Pausen, Versprecher, auffällige „ähs“), binden Vorspann, Abspann und Musikakzente ein (die Sie vorproduziert haben und damit jedesmal einsetzen können) und spielen die Sendung im entsprechenden Format aus. Erfahrungsgemäß dauert die Postproduktion etwas länger als die eigentliche Sendung selbst.

Wie kriege ich meinen Podcast ins Netz

Podcasts sind – streng genommen – zunächst „nur“ Audiodaten. Wenn Sie eine solche Datei auf Ihre Website stellen, haben Sie streng genommen Ihren Podcast bereits publiziert. Dieser Weg setzt allerdings voraus, dass Menschen aktiv Ihre Seite besuchen, um den Podcast zu hören. und natürlich gehört Ihr Podcast auch auf Ihre Website.

Entscheidender ist es jedoch, Ihre Sendung in die Podcatcher zu bringen – die Software also, mit denen Sendungen auf dem Mobilfunkgerät, im Auto oder der U-Bahn gehört werden. Die dahinter liegende Technik – der Feed – kann zu einem ziemlichen Gefrickel ausarten, so dass mittlerweile verschiedene Dienstleister diese Aufgabe übernehmen. Sie erzeugen den Feed inkl. aller notwendigen Informationen (Beschreibung, Titel, Bild, Shownotes etc.) und stellen diesen Feed allen Plattformen zur Verfügung. Dazu zählen iTunes, Spotify, Deezer und auch YouTube, um nur einige zu nennen. Wir haben gute Erfahrungen mit Podigee gemacht, einem Anbieter, der die Audiodatei vor der Veröffentlichung auch nochmal durch eine akustische Waschmaschine schiebt (Auphonic) und so dafür sorgt, dass der Klang gut ist, die Lautstärke gleichmäßig ist und bleibt etc.

Kann ich damit Geld verdienen?

Natürlich. Wenn Sie genug Abonnent*innen haben, lässt sich ein Podcast auch monetarisieren. Der Weg dorthin ist jedoch weit, und unter 10.000 Hörer*innen pro Folge gilt es gemeinhin schwierig, Werbetreibende davon zu überzeugen, Geld zu investieren und Werbung zu schalten. Agenturen wie Podstars können dabei helfen, andere Tips zur. Vermarktung finden Sie beispielsweise hier.

Sind Sie jedoch ein Unternehmen, das einen Podcast zur Kundenbindung und –ansprache benutzt bzw. das mit dem Podcast auf die eigene Marke einzahlen will, sollte die direkte Vermarktung nicht im Vordergrund stehen. Dann gilt das umgekehrte Prinzip – welchen (berechenbaren) Werbeeffekt können Sie sich von einem erfolgreich laufenden Podcast erwarten?

Was kostet das eigentlich?

Wer sich auf das Abenteuer Podcast einlässt, hat wie bei allen Projekten, mit zwei Kostenblöcken zu rechnen: Den einmaligen Kosten für Hard- und Software sowie den laufenden Kosten für den Betrieb. Die Hardwarekosten belaufen sich – wenn wir davon ausgehen, dass ein Rechner vorhanden ist – auf etwa 70 – 100,- Euro bei der kleinen und etwa 1000,- Euro bei der großen Lösung, die mittlere Lösung liegt etwa in der Mitte. Benötigt man weitere Mikrophone, so kommen diese natürlich noch dazu. Nicht vergessen sollte man in seiner Kalkulation Mikrophonständer, Kopfhörer und SD-Karten, sofern nicht bereits vorhanden – hier sollte man in der Summe nochmals 100 Euro einplanen.

Die Kosten für die Software können – so man uns folgen mag – vernachlässigt werden. Sowohl GarageBand für iOs als auch Audacity für Windows sind kostenfrei erhältlich. Ob man Lizenzgebühren für Musik zahlen muss, hängt vom gewählten Weg ab.

Die laufenden Kosten betragen – wenn man extern hostet, was wir empfehlen – je nach Dienst zwischen 0,- und 12,- Euro im Monat in der Grundvariante; nach oben gibt es wie immer keine Grenze. Für den Anfang jedoch reicht mit Sicherheit eine kleine Lösung. Eine Auswahl möglicher Anbieter findet sich hier – auch wenn unser Favorit Podigee nicht auf der List zu finden ist, lohnt ein Blick.

Der Podcast – Muss ich eigentlich alles selber machen?

Nein. Natürlich nicht. Viele Podcasts, insbesondere die größerer Firmen und Organisationen, entstehen im Auftrag. Die Kosten, die hierbei entstehen, sind freilich abhängig von Aufwand, Länge und Frequenz. Viele Unternehmen haben mittlerweile den Mehrwert des Formats entdeckt und setzen Podcasts konsequent als Instrument der Kundengewinnen und -bindung ein – und lassen ihre Casts extern produzieren.

Mit dem iPhone X (der zehnten Baureihe von Apples Smartphone) hat der Hersteller ein Feature eingeführt (eigentlich müsste man sagen: nachgereicht), von dem viele Fotografen schon lange träumten und das den Nutzern endlich das ermöglichen sollte, was bislang nur den „richtigen“ Kameras vorbehalten war – ordentliche Tiefenschärfe und ein gescheites – Achtung: Gruselwort – „Bokeh“. Gemeint ist damit: Vorne scharf, hinter hübsch unscharf. Wie Profis halt. Mit dem iPhone 12 geht der Portrait-Mode in die dritte Runde, und wir wollen mal schauen, was er kann. Um es vorweg zunehmen: Wenig.

Um genau zu sein: Dieser Modus wurde mit dem iPhone X eingeführt, wurde später über ein Software-Update sogar für die Baureihen 7 und 8 zur Verfügung gestellt. Damit ist auch schon klar, wo der Hase langläuft: Der Tiefenschärfe-Effekt wurde nicht über die eingebauten Objektive der Smartphones erreicht, sondern über die Software. Der unscharfe Hintergrund, und um den geht es hier, wird also von der eingebauten KI berechnet. Das ist unbestritten eine ziemliche Leistung, und entsprechend wurde der Portrait-Mode, wie <a href=“https://support.apple.com/de-de/HT208118″><span class=“s1″>Apple</span></a> ihn nennt, gefeiert. Zumal er mittlerweile nicht nur für „echte“ Motive funktioniert, sondern auch bei abfotografierten Personen und sogar Tieren. Und selbst jene Baureihen, die Apple selbst nicht mit dem neuen Modus ausgestattet hat, können mittlerweile auf Dritt-Apps zugreifen, um diesen Effekt zu erzeugen.

Mit der Einführung einer zweiten (und in einigen Modellen sogar einer dritten Linse) wurde der Modus nochmals verbessert, und dazu zählt auch das (Stand März 2021) aktuelle iPhone, das 12 bzw. das 12 Mini und die Pro/Pro-Max-Modelle. Sie glänzen natürlich mit weiteren Verbesserungen, etwa der erweiterten HDR-Fähigkeit und dem Night-Mode, der ansprechende Aufnahmen bei Dunkelheit ermöglichen soll. Aber das soll hier nicht interessieren.

Portraits mit dem iPhone 12

Wir haben uns einmal den Portrait-Modus im neuen iPhone12 näher angesehen und ihn mit einer „richtigen“ Kamera verglichen. Das Handy tritt an gegen eine Sony Alpha 7/III, also eine spiegellose Vollformat-Kamera. Dabei haben wir auf besonders teure Objektive verzichtet, wie sie in der Porträit-Fotografe gerne genutzt werden – wie das Sigma 135mm 1.8 – und mit dem Samyang 45mm bewusst eine günstigere Linse mit vergleichbarer Brennweite benutzt. Alles andere wäre dann doch ein bißchen unfair. Nicht vergleichbar sind alle „richtigen“ Objektive allerdings in einem Aspekt: Die Blende von sagenhaften f1.4 erreichen nur die wenigsten, das iPhone schafft das ohne weiteres – wenn auch nur mit einem Trick.

Nicht berücksichtigt haben wir übrigens die verschiedenen Lichtmodi, die sich (übrigens sogar nachträglich) ebenfalls einstellen lassen, aber durch die Bank weg nur furchtbare Ergebnisse geliefert haben.

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Auf den ersten Blick unfassbar: f1.4 mit dem iPhone und eine Schärfentiefe, dass es kracht. Wenn man in das Bild jedoch hinein zoomt, erkennt man die Schwächen.

Der Versuchsaufbau

Als Model musste Madame P herhalten, eine armlose Schaufensterpuppe, die sich gerne und widerspruchslos zur Verfügung gestellt hat. Fotografiert wurde bei Tageslicht ohne Blitz o.ä., die Bilder wurden ooC (das heißt „Out of Camera“ und soll beeindruckend klingen) auf eine für diesen Blog passende Größe heruntergerechnet, und zwar als Web-Export in Photoshop bei einer Größe von 1500 auf 2000 Pixel (die Alpha-Fotos sind geringfügig größer); die Auflösung haben wir nicht verändert. Fotografiert haben wir mit 1.8, 2.8 sowie 5.6 – Standardblenden für Festbrenntweiten, aber auch Kit-Objektive.

Das iPhone 12 und der Trick mit der Blende

Das Smartphone bietet ein Feature, auf das jeder, der eine „normale“ Kamera benutzt, nur staunend und neidisch schauen kann. Oder auch nicht. Worum geht es? Weil das iPhone streng genommen mit zwei Bildern arbeitet, die anschließend zusammengerechnet werden, kann die Blende auch im Nachhinein (!) verändert werden. Klingt komisch (Grüße an die Maus!), ist aber so. Vorstellen kann man sich das am ehesten wie zwei getrennte Bildebenen: Die eine ist das von der Kamera als solche erkannte Hauptmotiv, in der Regel ein Gesicht. Die andere ist der – ebenfalls vom iPhone identifizierte – Hintergrund. Da diese Ebenen getrennt voneinander aufgenommen werden, kann nun im „Bearbeiten“-Modus nachträglich die Blende verändert werden, und das von f1.4 bis zu f16. Wie sich der Hintergrund dabei von „unscharf“ zu scharf verändert sieht man hier.

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Dies ist das gleiche Bild wie oben – mit Blende f16. Errechnet wurden beide Bilder aus dem gleichen Datensatz. Die virtuelle Blende ermöglicht eine nachträgliche Veränderung.

iPhone 12 contra Sony Alpha 7/III – der direkte Vergleich

Auf den ersten Blick sehen beide Bilder – abgesehen von einem unterschiedlichen Farbrendering, um das es jetzt aber nicht gehen soll, sowie leicht unterschiedliche Bildwinkel – vergleichbar aus. Das aber ändert sich, wenn man näher heranzoomt.

Portraits mit dem iPhone 12 – Bilanz

Was auf den ersten Blick sensationell wirkt, ist es auf den zweiten Blick immer noch. Und technisch ist das ganze sowieso extrem cool. Bokeh und nachträgliche Veränderungen der Blende und damit der Tiefenschärfe, das ist beeindruckend. Da können die zahlreichen Möglichkeiten, eine RAW-Datei bei der Entwicklung in Lightroom zu verändern, nur bedingt mithalten. Im Vergleich mit einer Vollformatkamera aber fällt das iPhone nach wie vor deutlich ab. Es liefert großartige Photos und sicherlich auch zweckmäßige Portraits für zwischendurch. An die Abbildungsleistung einer Vollformatkamera (und wahrscheinlich auch an die einer APSC- oder MFT-Kamera) reicht Apples Handy nach wie vor nicht heran. Besonders der Verlauf der Schärfe von Vorder- zu Hintergrund ist bei näherem Hinsehen unschön bzw. gar nicht vorhanden.

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Nun ist bei solchen Vergleichen und Tests die Grenze zwischen „nachvollziehbar“ und „pixel peeping“ fließend, und die persönliche Schmerz- und Leidensfähigkeit ist ohnehin unterschiedlich ausgeprägt. Für das Bild zwischendurch, das auf kleinen Bildschirmen via SocialMedia veröffentlicht werden soll, ist der Portrait-Mode sicherlich um ein vielfaches beeindruckender als die klassische geschlossene Blende der alten Tage. Wir würden uns jedoch nicht trauen, ein Bild, das in diesem Modus – und <b>NUR</b> um den geht es hier – größer als im Passfotoformat drucken. Dass das auch besser geht, zeigen die unten genannten Beispiele.

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Dass Apple mit diesem Smartphone dem Markt der klassischen Kameras dennoch weiter zusetzen wird, hat seinen Grund sicherlich darin, dass es für „mal eben“ dann doch beeindrucken ist. Und darin, dass das iPhone ein paar andere Sachen richtig gut kann. Über die muss man fast nicht mehr reden. Als Beweis mag reichen, dass selbst für die Tagesthemen mittlerweile manchmal mit dem iPhone gedreht wird.

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Was das iPhone stattdessen gut kann

Wenn also nicht für Portraits, was dann? Landschaftsaufnahmen sind nicht das Ding der Blauen Maschine, und zudem ist dieser Beitrag kein Tutorial, wie man mit dem iPhone sensationell gute Bilder macht. Zwei Hinweise soll es dennoch geben.

Argentum

Relativ jung, kann Argentum nur wenig, das aber richtig gut. Die App bildet einzig schwarz-weiß ab – kann aber sowohl die normale als auch die Weitwinkel-Linse des iPhone 12 nutzen. Wie andere Apps auch, arbeitet Argentum mit Filtern, die – der erste Schuss ist natürlich umsonst – dazu gekauft werden müssen. Das Faszinierende, insbesondere für Fotografen, die sich mit Fotografiegeschichte und „großen“ Vorbildern auskennen, ist, dass diese Filter die Bildsprache bekannter Fotografen nachahmen. Zum Beispiel Ansel Adams, Garry Winogrand und anderen. Die App ist – im Vergleich zu anderen – einen Ticken teurer; die Ergebnisse aber sprechen für sich. Und – nebenbei bemerkt – der Support der Hersteller ist fantastisch.

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Ein Winterbaum, aufgenommen mit dem Ansel-Adams-Filter.

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Über die Möglichkeit und Unmöglichkeiten des iPhone haben wir an anderer Stelle bereits geschrieben. Und dabei felsenfest behauptet, dass dieses Gerät zwar tolle Photos macht, aber einer echten Kamera letztlich unterlegen ist. Wegen Blende, zu kleinem Chip und weil es immer schwer zu ertragen ist, wenn ein Handy (ein HANDY!) angeblich besser fotografiert als ein Profigerät. Im Vergleich mit Amateurkameras wie Nikon oder Canon mag das noch einleuchten, aber spätestens bei Sonys und Leilas verstehen wir keinen Spaß. Jedoch: Die Blaue Maschine erkennt, wenn sie Fehler macht. Oder, wie wir Kosmopoliten sagen: We stand corrected. Zumindest dann, wenn die richtige App ins Spiel kommt, und das ist die Argentum Camera App, kombiniert mit dem iPhone 12 und dessen Weitwinkelkamera. Dann kann man mit einer Brennweite von 13mm auch Reportage machen.

Die Argentum Camera App

Wir haben die App bereits an andere Stelle gelobt, und wiederholen dies (unbezahlt) gerne nochmals. Argentum Camera ist eine Schwarz-Weiß-App für das iPhone, die jedoch mehr tut als „nur“ schwarz-weiß abzubilden bzw. zu simulieren. Hinterlegt sind – als bezahlbare Filter – die „Looks“ einiger ikonischer Fotofragen, genauer Ansel Adams, Henri Cartier-Bresson, Irving Penn, Garry Winogrand, Yousuf Karsh and Dorothea Lange. Adams, Winograd und Dorothea Lange dürften zu den Bekannteren zählen, wer sich ein wenig mit Fotografiegeschichte und Theorie befasst hat, sollte alle Namen kennen. Ansel Adams ist berühmt durch seine Naturaufnahmen, etwa von Yosemite, Dorothea Langes Bild der Wanderarbeiter-Mutter ist ebenfalls weltberühmt.

Neben den eigentlichen Filtern erlaubt Argentum weitere Anpassungen: Dazu gehört eine Belichtungskorrektur, die bis 3.0 Blendenstufen nach oben oder unter verändert werden kann. Die App speichert in .heic, .jpg und .tiff und bietet die Option, neben dem Schwarz-Weiß-Foto auch das originale Farbbild zu behalten. Die Möglichkeit, das Bild in RAW abzuspeichern, klingt toll, funktioniert (noch) allerdings nur bei der „normalen“ Brennweites des iPhones, und nicht beim Ultraweitwinkel. Aber das kommt vielleicht ja noch. Nebenbei bemerkt: Der Support der App ist super, die Antwortzeiten sind sensationell.

Die Argentum Camera App: In der Praxis

Wenn man sich nicht entweder auf die Fotografie mit Weitwinkel spezialisiert hat, und wer hat das schon, oder ein 14 – 24mm 2.8 von Sony oder Sigma sein eigen nennt UND das auch noch zufällig auf der Kamera hat, wird es schwierig, ein weitwinkliges Motiv aus dem Handgelenk einzufangen, das zufällig (die Betonung liegt hier auf „zufällig“) des Weges kommt. Bis die Kamera ausgepackt ist und ggf. auch noch das Objektiv gewechselt ist, ist der Moment vorbei. Oder aber das Motiv ist verschreckt, denn die Weitwinkel-Zooms sind halt dann doch ziemliche Kracher. Und ja, wir wissen, dass es auch weniger auffällige Weitwinkel-Objektive gibt, aber – siehe oben: Wer hat das schon immer auf der Kamera?

Nun gelten 13mm (die Brennweite des Ultra-Weitwinkel des iPhones 12) auch aus anderen Gründen nicht gerade als Immer-Drauf-Brennweite. Schon gar nicht für die sogenannte Street-Fotografie, was immer das auch sein mag. Dass man mit der Brennweite durchaus auch Reportage machen kann, zeigen wir hier. Aber vorher ein bisschen Natur. Für Natur- und Architektur ist Weitwinkel immer gut, und in Schwarz-Weiß erst recht.

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Burghausen.

Reportage mit der Argentum Camera App und Weitwinkel

Es geht aber eben nicht nur der Blick auf ein Gebäude oder die Straße, die unter dramatischen Wolken zum Horizont führt. Weitwinkel funktioniert, richtig eingesetzt, auch in der Reportage. Dies bedeutet aufgrund des extremen Blickfelds von 120 Grad natürlich, mitten drin zu sein. Wer am Rand steht, vergibt sich mit dieser Brennweite die Chance auf interessante Blickwinkel und aufregende Perspektiven. Dass man im Zweifelsfall auch den Detail-Ausschnitt hercroppen kann, zeigt das letzte Beispiel vom Fronleichnahmfest in St. Gilden in Österreich.

Die Blaue Maschine - Werbeagentur in Hof - Kommunikation und Werbung aus Oberfranken
Ein nicht so spannender Umzug gewinnt an Dramatik.
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Der gleiche Umzug, einige Sekunden später.
Die Blaue Maschine - Werbeagentur in Hof - Kommunikation und Werbung aus Oberfranken
Und einer der Schützen im Crop.

Und das ganze noch ein wenig aufgehübscht mit „Series“ und „Squareready“

Entgegen unseren ersten Behauptungen postet die Blaue Maschine auf ihrem Instagram-Account. mittlerweile auch iPhone-Bilder. Wer auf diesem Kanal 16:9-Aufnahmen veröffentlichen will, landet aber leider immer im quadratischen Insta-Format oder aber bei einem umschönen Balken oder- und unterhalb des Bildes. Dem Kollegen Alfonso Saucedo (KUDOS!) aus Los Angeles verdanke ich den Hinweis auf zwei kleine Apps, mit denen man recht fix die Bilder so einrahmen kann, dass sie hübsch rüberkommen und im Feed auch ein wenig Eindruck machen.

Die Blaue Maschine - Werbeagentur in Hof - Kommunikation und Werbung aus Oberfranken
Steckengeblieben in den 80ern. Bubble-Tea 2021

Mit Squareready (hier für Android) fassen Sie das Bild in einen weißen Rahmen, und speichern es in einem Insta-tauglichen Format ab. Nachdem die extremen Weitwinkelaufnahmen auf dem verhältnismäßig kleinen Screen des Handys viel verlieren, lässt sich das Bild mit Series in mehrere, nahtlos aneinandergereihte Frames fassen. Damit bieten Sie Ihren Followern sowohl ein Einzelbild als auch ein Set für die Detail-Ansichten.

Die 50mm-Brennweite gilt als Standardbrenntweite – kein Wunder also, dass sich in fast jeder Objektivsammlung ein 50er findet. Man kann, wie immer, viel Geld dafür ausgeben. Man kann aber auch, für den Anfang oder nur zum Spaß, ein altes analoges Objektiv benutzen. Wie in unserem Fall das Porst Color Reflex 50mm f/1.7.

Über die Geschichte der Firma Porst findet sich im Netz vieles, nicht zuletzt auf Wikipedia. Und nicht vergessen werden sollte auch, dass der Name als Marke bis heute noch existiert. Einzig: Objektive stellt Porst nicht mehr her. Ich will dies jetzt nicht referieren, nur soviel: Porst wurde vor über einhundert Jahren gegründet und zählt in den Jahrzehnten nach dem Krieg zu DEN deutschen Marken, wenn es um Fotografie für den Hausgebrauch ging. Entsprechend groß ist nach wie vor das Angebot an Objektiven und Kameras von Porst – einen Überblick über die verschiedenen Modelle inklusive der Fertigungsgeschichten gibt es hier, und Google liefert zahllose Links zu Fotoforen, in denen die Objektive zum Teil ziemlich abgefeiert werden.

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Im Vergleich zum Sigma 50mm ist das Porst nicht mal mehr ein Zwerg.
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Lichtstark, mit einem schönen Schärfeverlauf bei Offenblende

Porst Color Reflex 50mm f/1.7: Bezugsquelle/Preis

Ich habe mein Porst Color Reflex Auto 50mm 1.7 über ebay Kleinanzeigen 2019 für 30,- € +/- gekauft, und die Preise bewegen sich immer noch in diesem Rahmen. Die gleiche Brennweite mit größerer Offenblende – es geht runter bis 1.2 – wird entsprechend teurer gehandelt. Wobei verlangt wie immer nicht auch unbedingt bezahlt bedeutet.

Die Blaue Maschine - Werbeagentur in Hof - Kommunikation und Werbung aus Oberfranken
Bei entsprechenden Motiven wirkt es auch ein wenig verzaubernd.

Etwas Technisches

Wenn ich mich nicht verzählt habe, hat der Porst 50mm 6 Lamellen, die Blende reich von 1.7 bis 16; und die Naheinstellgrenze ist mit 50cm angegeben. Viel wichtiger noch aber ist das Gewicht, mit knapp 250 Gramm wiegt es nur ein Bruchteil im Vergleich zu modernen Objektiven, und weil es recht kurz ist, trägt es auch mit Adapter an einer Sony Alpha 7/III nicht so auf wie andere – wer auf den „unauffälligen Look“ der so called Street Fotografen steht, wird dies begrüßen.

Porst Color Reflex 50mm f/1.7: Was kann es und was nicht?

Eigentlich alles, was ein anderes 50mm auch kann. Es gibt keine hervorstechenden Eigenschaften, die mir persönlich bei diesem Objektiv aufgefallen sind, außer dass ich möglicherweise eines erwischt habe, dessen Schärfeleistung wirklich ganz in Ordnung ist. An der Sony Alpha7/III, mit einem entsprechenden Adapter angebracht und mithilfe von Focus Peaking bekommt man ordentliche Ergebnisse.

Die Blaue Maschine, Werbeagentur in Hof, über das Porst 50mm 1.7
Schärfe passt – Komprimierung bitte wegdenken.

Was man freilich wissen muss, aber das scheint ein generelles Problem alter Objektive zu sein: Das Porst Color Reflex 50mm 1.7 ist im Vergleich zu modernen Objektiven deutlich kontrastschwächer bzw. liefert entsprechend kontrastarme Bilder an den Sensor einer DSLR.  Hier hilft Lightroom nach, wie generell die Nachbearbeitung noch einiges aus den Bildern herausholt.

Die Blaue Maschine, Werbeagentur in Hof, über das Porst 50mm 1.7
Out of cam – ziemlich flach und nicht allzu scharf.
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Mit Lightroom lässt sich da noch was machen.

Es gibt Menschen, die setzten dieses Objektiv auch für Video ein – mir fehlt die Erfahrung bzw. ich hatte dafür noch keinen entsprechenden Anwendungsfall.

Die Blaue Maschine, Werbeagentur in Hof, über das Porst 50mm 1.7
Noch ein Beispiel – ja, ich weiß, dass das Bild nach rechts kippt!
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Und das ganze nochmal aufgehübscht.

Porst Color Reflex 50mm f/1.7: Fazit

Ich mag das Porst Color Reflex Auto 50mm als kleines, leichtes 50er, das ich mitnehme, wenn ich weiß, die Ruhe zum manuellen Fokussieren ist da, und wenn ich kein schweres Besteck wie das Sigma 50mm Art mitnehmen möchte, das gefühlt das zehnfache wiegt. Wer es für 20 Euro sieht – zuschlagen, für den Preis wird man es bei Nichtgefallen auch wieder einfach los. Und es passt problemlos noch in die Tasche, zusammen mit dem Takumar 105mm f2.8, einem anderen „alten“ Favoriten.

Was machen Legofiguren (oder auch Minifigures), wenn wir nicht mit ihnen spielen? Das fragen sich nicht nur Kinder. Wir haben uns mal auf die Lauer gelegt und beobachtet, was sie machen, wenn man nicht hinsieht, und wie man so Legofiguren cool fotografiert. Ein paar Tips für gelangweilte Kinder, die das einmal nachmachen wollen.

Es gibt Tausende, die mit LEGO fantastische Fotos machen – seien es Bilder der Modelle selbst, seien es „as if“ Bilder, wie beispielsweise der Instagrammer, der den Account Lego_Photography betreibt, oder aber – einer der Besten, zweifelsohne, Brixtopixel. Sie alle inszenieren LEGO-Figuren mit zum Teil großem Aufwand als Fotomodelle, und scheuen auch nicht vor dem Einsatz von Lichteffekten, Nebel etc. zurück.

Wir wollten einen anderen Weg gehen, um Legofiguren zu fotografieren: LEGO im echten Leben, hieß die Idee, entstanden aus Salat und coronabedingter Langeweile. Das Produkt waren die beiden Forscher, die dem Salatosaurus begegnet sind.

Legofiguren cool fotografiert: Die Regeln

Die sind einfach: Legofiguren, Gegenstände des täglichen Lebens und das Ganze dann so arrangiert, dass aus Alttagsdingen Lego-Welten werden: Der Dschungel aus dem Salat, der Eisplanet Hoth aus einem weißen Hemd auf dem Bügelbrett oder der Berggipfel aus einem Bauernbrot. Als Hilfsmittel zugelassen sind sonst nur das, was man im Zimmer vorfindet. Leuchtdioden und Kunstnebel überlassen wir denjenigen, die damit umgehen können. Der Rest darf – in Maßen (in MAßEN!!!) – digital erfolgen. Dies bedeutet in der Regel: Verfügbares Licht, vielleicht mit einem Spiegel oder einem Topfdeckel gelenkt, und Nachbearbeitung in Lightroom. Fertig.

Legofiguren cool fotografiert: Objektive und Kameras

So etwas geht mit allem. Man braucht kein Makro, und vor allen Dingen braucht man keine hochgezüchteten Superobjektive mit einer unglaublichen Schärfeleistung. Im Gegenteil. Eine gewisse Unschärfe und Körnigkeit (die kann auch mit Lightroom hinzugefügt werden) hilft, den Eindruck des Echte zu verstärken. Für uns hieß dies: Die alten Objektive müssen ran. In diesem Fall ein Porst 50mm f/1.7, ein Helios 58 f2 und – Achtung, sehr krude – ein Soligor 200 f2.8. Die Randunschärfe und relative Lichtschwäche kommt insbesondere bei den Gruselaufnahmen auf dem Dachboden recht. Gut wäre aber eine gewissen Tiefenschärfe bzw. Offenblende. Kit-Objektive tun sich hier meistens etwas schwer, da hilft nur näher rangehen.

Legofiguren cool fotografiert: Die Requisiten

Genommen wird, was da ist. In unserem Fall: ein weißes Hemd, eine alte Jeans, Salat, ein Bauernbrot, ein Pizzateig oder einfach der Dachboden. Faustregel: Je weniger, desto besser, und desto phantasieanregender. Mehr braucht es nicht.